Chile – ein kurzes Portrait

Pablo Neruda (Chilenischer Dichter, Nobelpreisträger) nannte Chile einst „das „ schmale Blütenblatt aus Meer und Wein und Schnee“ oder auch „das dünne Land“. Der Name Chile lässt sich wohl am besten aus der Sprache der Aymara herleiten, wo Chili „dort wo die Welt zu Ende ist“ bedeutet. Die geographischen Gegebenheiten dieses Landes sind einzigartig auf unserem Planeten. Zwischen Anden und Pazifik liegend ist es ein einziger Küstenstrich von durchschnittlich nur 180 km Breite (90 km an der schmalsten Stelle). Im Gegensatz dazu steht die unglaubliche Länge von ca. 4500 km. Auf die Nordhalbkugel übertragen ungefähr wie vom Nordkap bis nach Tripolis mit einer Breite wie von Stuttgart nach München. Landschaftlich hat dieses Land des Südens einiges zu bieten. 

Klimatisch hat Chile Anteil an fast allen außertropischen Klimazonen der Welt; es vereinigt unter allen Ländern der Erde den größten zusammenhängenden Ausschnitt aus den Weltklimaregionen auf seinem Territorium. 

Angefangen im „Großen Norden“, wo die schier endlose aus Sand und Stein bestehende trockenste Wüste der Welt, das „Desierto de Atacama“ zu finden ist. 

Laguna Miscanti

 

Dort existieren noch große Vorkommen an Kupfer, Borat, Jod, Sulfat, Kochsalz und flächendeckende Salpeterfelder. Die Vulkane, die  hier bis zu fast 7000 m über dem Meeresspiegel in den Himmel ragen,  Geysire, gigantische Salzseen  und die größte Kupfermine der Welt machen diese Landschaft zu einem einzigartigen, atemberaubenden und unvergesslichen Erlebnis. Hier, 120 km von Antofagasta entfernt, befindet sich das Paranal Observatorium mit dem VLT (Very Large Telescope). Das VLT besteht aus vier einzelnen, zusammenschaltbaren Großteleskopen (jeweils 8,2 m Durchmesser). 

Der „Kleine Norden“ ist landwirtschaftlich äußerst aktiv. Dieser bildet sozusagen den Übergang von der Wüste zur fruchtbaren Region. Um Copiapó, das in der Übergangszone liegt, ist alle paar Jahre ein Naturschauspiel zu bestaunen: Die trockene Wüste wird zur blumenbedeckten blühenden Wüste. Die exotischen Früchte Papaya und Chirimoya werden hauptsächlich hier angepflanzt und vertrieben. In der Gegend um La Serena, dem so genannten „Valle de Elqui“, bildeten saubere Luft und sternenklare Nächte die Basis zum Erbau zwei weiterer der wohl bedeutendsten astronomischen Observatorien der Welt. 

Santiago

 

Die Region um Santiago, auch „Región Metropolitana“ genannt, ist die Zentralzone und bildet nicht nur den geographischen Mittelpunkt Chiles: In der Millionen-Metropole Santiago und den zusammengewachsenen Küstenstädten Valparaiso und Viña del Mar lebt ein Großteil der Chilenen. Das historische Viertel der Hafenstadt Valparaíso gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das mediterrane Klima macht die Strände um Viña del Mar zu beliebten Badeorten. 

Weingebiet

 

In den Anden über der Hauptstadt befindet sich eines der bekanntesten Sommerskigebiete der Welt. In den Tälern der aus den Anden fließenden Flüsse wachsen einige der besten Weine der Welt. Die bekannten Trauben für den chilenischen Wein sowie Pfirsiche, Kiwis, Kirschen und Äpfel können hier prächtig gedeihen. 

Vulkan Osorno

 

Im „Kleinen Süden“ beginnt das Seengebiet. Hier verändert sich die Landschaft allmählich, von der sonst so typischen Andenkette, in eine Staffel aus schneebedeckten Vulkanen, über 55 sind noch aktiv. Hier befindet sich auch der größte See Chiles, der „Lago Llanquihue“ (860 km²). Auf den ersten Blick erinnert die Landschaft an Teile Süddeutschlands oder der Schweiz. Vielleicht ist dies einer der Gründe warum gerade hier, südlich von Concepción, zum Ende des 19. Jahrhunderts viele europäische Einwanderer siedelten. 

Die Insellandschaften südlich von Puerto Montt machen die Gegend zu einem weiteren Highlight Chiles. Die größte dieser Inseln ist Chiloé, mit ganz eigenem Charakter bezüglich Kultur und Tradition. 

Grey Gletscher

 

„Der Große Süden“ mit Patagonien und dem Nationalpark „ Torres del Paine“ beginnt, wo die sich über den ganzen Kontinent erstreckende Panamericana endet. Er ist auf dem Festland nur über die Carretera Austral zu erreichen. Bis auf den südlichsten Teil – dieser ist nur per Flugzeug, Schiff oder über Argentinien zu bereisen, da die Landmassen durch Gletscher unpassierbar sind. Von Puerto Natales aus lässt sich der Nationalpark „Torres del Paine“ mit seiner einzigartigen Flora und Fauna in einem riesigen Biosphärenreservat glazialen Ursprungs erkunden. 

Punta Arenas ist mit seinen rund 70 000 Einwohnern die südlichste Stadt dieser Größenordnung der Welt. Hier befinden sich eine Militärstation, sowie ein Zentrum für Ölförderung. Noch weiter südlich befindet sich „Tierra del Fuego“ oder auch „Feuerland“, das die Südspitze Südamerikas bildet.

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